Mesut Yilmaz in der RUB
Ehemaliger Türkischer Ministerpräsident wird Gastprofessor
Herausragender Experte für Beziehungen EU und Türkei
Sein Land geht den Weg nach Europa – und als einer der
«Wegbereiter» wird er nun seine Erfahrungen und Einsichten
an Studierende in Bochum weitergeben: Der ehemalige
Ministerpräsident der Türkei, Mesut Yilmaz, wird im
Sommersemester 2003 und dem anschließenden Wintersemester
2003/04 Gastprofessor an der Ruhr-Universität Bochum. Yilmaz
forscht und lehrt in der Fakultät für Sozialwissenschaften
der RUB insbesondere im Fach Politikwissenschaft. «Die
Fakultät hat die einzigartige Chance, mit Mesut Yilmaz einen
hervorragenden Experten für die Schlüsselfrage der
internationalen Politik in Europa, nämlich die Beziehungen
zur Türkei und zum Mittelmeerraum, zu gewinnen», sagt Prof.
Dr. Ilse Lenz, Dekanin der Bochumer Fakultät.
Der "Krieg" gegen den Islam Auf der heutigen Pressekonferenz in der RUB sagte Mesut
Yilmaz: «Europäische und US-amerikanische Wissenschaftler
haben gegen Ende des 20. Jahrhunderts prophezeit: Das 21.
Jahrhundert wird zum Schauplatz des Kampfes der Kulturen:
Westen gegen den Islam. Jetzt werden die Kriege in
Afghanistan und im Irak als Beweis angeführt. Ich möchte mit
den Studierenden der RUB darüber reden, ob dieser Kampf
trotzdem noch zu verhindern ist.» Yilmaz ergänzte, er sei
immer ein Vorreiter gewesen bei der Integration der Türkei
in Europa und in die EU. «Ich weiß, dass Deutschland in
diesem Prozess eine Schlüsselrolle zukommt. Während meiner
Zeit in Bochum möchte ich die deutsche Öffentlichkeit pro
türkisch beeinflussen.»
Die Türkei und Europa Yilmaz wird in der RUB Themen wie «Die Türkei und Europa»,
«Das Neben- und Miteinander der Religionen» sowie
«Politische Entwicklungen im Mittelmeer-Raum» behandeln. In
Vorträgen und Seminaren wird er sie mit Studierenden und mit
Kollegen diskutieren. «Studierende, die sich mit der Zukunft
der Demokratie in und um Europa beschäftigen, werden sich
für diese Veranstaltungen interessieren», sagt Ilse Lenz.
«Ebenso hoffen wir, ein Signal der Zusammenarbeit deutscher
und türkischer Wissenschaft zu setzen, das einen
zukunftsorientierten Dialog einleitet.»
Ein großer Erfolg für die RUB Yilmaz hat sich in den letzten Jahren insbesondere dem
interkulturellen und internationalen Dialog gewidmet. Die
Gastprofessur von Yilmaz in Bochum kam auf Vorschlag des
Vorsitzenden des Institute for European Affairs, Prof. Dr.
Jürgen Gramke, zustande. «Yilmaz wurde von verschiedenen
Hochschulen und Instituten in Europa gebeten, dort zu
wirken. Es ist deshalb ein großer Erfolg, dass es der
Ruhr-Universität Bochum gelungen ist, Ministerpräsident a.
D. Mesut Yilmaz als Gastprofessor zu gewinnen», sagt Gramke,
Honorarprofessor in der Fakultät für Sozialwissenschaft der
RUB und ehemaliger Vorsitzender des Kommunalverbandes
Ruhrgebiet (KVR).
Biographisches Mesur Yilmaz, 1947 in Istanbul geboren, hat Finanz- und
Wirtschaftswissenschaften in Ankara und Köln studiert. Nach
Tätigkeiten in der Industrie ging er in die Politik, war
1983 Gründungsmitglied der «Mutterlandspartei», und ab 1986
nacheinander Staatsminister, Kultusminister, Außenminister
und mehrfach Ministerpräsident der Türkei. Er ist Mitglied
im Europäischen Konvent und seit 1998 Vizepräsident der
«European Democratic Union».
Mesut Yilmaz
(v. l.) Prof. Dr. Jürgen Gramke, Honorarprofessor an der RUB, Mesut Yilmaz, Prof. Dr.-Ing. Gerhard Wagner, Rektor der RUB
Prof. Dr. Ilse Lenz, Dekanin der Fakultät für
Sozialwissenschaft der RUB, GC 04/505, Tel. 0234/32-25413,
Fax: 0234/32-14502
Ilse.Lenz@Ruhr-Uni-Bochum.de
Pressestelle RUB - Universitätsstr. 150 - 44780 Bochum
Telefon: 0234/32-22830 - Fax: 0234/32-14136
E-Mail:
pressestelle@presse.ruhr-uni-bochum.de
- Leiter: Dr. Josef König