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Bochum, 16.07.2003
Nr. 228
  
Angehende Archäologen gehen in die Luft
Bochumer Studierende trainieren die Lufterkundung
Wirkungsvolle Methode zum Entdecken von Fundstellen
  

Archäologische Fundstellen werden am Boden normalerweise nur durch Zufall entdeckt, meist bei Bauarbeiten. Wesentlich effektiver ist die Erkundung aus der Luft, die Luftbildarchäologie. Sie gehört zu den Lehr- und Forschungsschwerpunkten am Institut für Ur- und Frühgeschichte der Ruhr-Universität Bochum. Unter Leitung von Dr. Baoquan Song gehen Studierende vom Flugplatz Marl-Loemühle aus regelmäßig in die Luft, um das Erkunden archäologischer Bodendenkmäler praktisch zu trainieren. Dabei entdecken die Studierenden häufig archäologische Fundstellen.

Bochumer Lufterkundung ist einzigartig
Die Ruhr-Uni ist die einzige deutsche Hochschule, an der die Luftbildarchäologie im Lehrbetrieb integriert ist und Studierende an praktischen Erkundungsflügen teilnehmen können. Das Bochumer Institut für Ur- und Frühgeschichte verfügt über ein luftbildarchäologisches Labor, das nicht nur mit modernster Technik, sondern auch mit umfangreichem Bildmaterial ausgestattet ist. Die archäologische Erkundung aus der Luft (die sog. Flugprospektion) gehört zu den effektivsten Instrumenten der Archäologie. Sie ist eine sehr wirkungsvolle Methode zum Auffinden, Erforschen und Dokumentieren archäologischer Bodendenkmäler. Mit ihr werden vor allem oberirdisch völlig eingeebnete und nur noch unterirdisch erhaltene archäologische Fundstellen ausfindig gemacht.

Spurensuchen auf Äckern und Wiesen
Die Bochumer Studierenden fliegen gezielt archäologisch bedeutsame Fundgebiete an. Außer einigen festen Zielen wie Burganlagen, Herrenhäusern, Schlössern oder dem archäologischen Park in Xanten suchen sie auf ihren Übungsflügen vor allem die Ackerfelder und Wiesen in einem Radius von 100 km um Bochum herum nach archäologischen Spuren ab. Geringfügige Bodenverfärbungen in frisch gepflügten Feldern oder Wachstumsunterschiede im Bewuchs gelten dabei als klassische Erkennungsmerkmale, die auf eventuelle unterirdische Bodendenkmäler hinweisen.

Mit der Cessna unterwegs
Unterwegs sind die jungen Archäologen in Leichtflugzeugen wie Cessna 150 oder Cessna 172. Die Entdeckungen und Beobachtungen werden per Kamera fotografiert und im Flugzeug bzw. anschließend im Labor zugeordnet und katalogisiert. Die Kombination des wendigen Leichtflugzeuges mit dem einfach zu bedienenden Kamerasystem ermöglicht den Archäologen die Beobachtung und Dokumentation von Fundstellen aus verschiedenen Perspektiven, unterschiedlichen Flughöhen und zu beinahe allen Jahres- und Tageszeiten. Auf diese Weise werden archäologische Fundstellen entdeckt, die am Boden normalerweise nur durch Zufall entdeckt und mit riesigem Aufwand untersucht werden könnten.

Ohne Flugangst
Bereit zu starten am Flugplatz Marl-Loemühle (Foto: Dr. Baoquan Song)
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Luftbildarchäologie
Dokumentation der archäologischen Ausgrabungen in Haltern (Luftbild: Dr. Baoquan Song)
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Über Äcker und Wiesen
Die negativen Bewuchsmerkmale der als Fürstenberg bekannten römischen Legionsfestung in Birten südlich von Xanten, Lkrs. Moers, Nordrhein-Westfalen, weisen auf die unterirdisch erhaltene Mauerwerke und Baufundamente hin (Luftbild: Dr. Baoquan Song)
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Weitere Informationen  
Dr. Baoquan Song, Ruhr-Universität Bochum, Fakultät für Geschichtswissenschaft, Institut für Ur- und Frühgeschichte, Universitätsstraße 150, 44801 Bochum, Tel.: 0234/32-22551, Fax: 0234/32-14240
baoquan.song@ruhr-uni-bochum.de
 
Pressestelle RUB - Universitätsstr. 150 - 44780 Bochum
Telefon: 0234/32-22830 - Fax: 0234/32-14136
E-Mail: pressestelle@presse.ruhr-uni-bochum.de - Leiter: Dr. Josef König
 
 
 
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Letzte Änderung: 16.07.2003 10:09 | Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik