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Bochum, 18.06.2004
Nr. 190
  
Respekt vor Gewissensentscheidungen Andersdenkender
Überzeugte Protestantin setzte Maßstäbe im Familienrecht und Ethik
Margot von Renesse wird Ehrendoktorin der RUB-Evangelischen Theologie
  

Margot von Renesse, ehemalige Richterin und langjährige Bundestagsabgeordnete, wird siebte Ehrendoktorin der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum. Damit würdigt die Fakultät eine �bewusste Protestantin�, die maßgeblich an einer �überzeugenden Rechtsetzung im Kindschaftsrecht und in der modernen Medizin mitgewirkt hat� und in �ihrer politischen Praxis den Respekt vor der Gewissensentscheidung Andersdenkender bezeugt und die gemeinsame Suche nach ethisch vertretbaren Kompromissen gesucht hat�. Die Urkunde wird ihr am Donnerstag, 24. Juni 2004, um 15 Uhr in Hörsaal HGA 10 verliehen; eines der Grußworte spricht Bundespräsident Johannes Rau, selbst ein Ehrendoktor der Bochumer Fakultät.

Journalisten müssen sich akkreditieren bis 22.6.
Durch die Anwesenheit des Bundespräsidenten sind die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Journalisten müssen sich bis Dienstag (22.6.04, 18 Uhr) verbindlich für die Veranstaltung per E-Mail oder Fax (0234/32 14136) mit Angabe des Namens, Vornamens, Geburtsdatums und Mediums akkreditieren.

Programm
Nach den Begrüßungen durch Dekan Prof. Dr. Jürgen Ebach und Rektor Prof. Dr.-Ing. Gerhard Wagner wird Bundespräsident Johannes Rau ein kurzes Grußwort sprechen. Es folgt ein Vortrag des ehemaligen Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Prof. Dr. Ernst Benda: �Zur Würde des Menschen in der protestantischen Ethik und im Recht�. Die Laudatio hält der Bochumer Theologe Prof. Dr. Traugott Jähnichen. Nach der Überreichung der Urkunde spricht Margot von Renesse über: �Protestanten und politische Verantwortung im säkularen Staat�.

Lebenslauf
Margot von Renesse wurde 1940 in Berlin geboren und wuchs in Nordenham auf. Von 1959 bis 1963 studierte sie in Münster Rechtswissenschaft. 1972 wurde sie Richterin in Bochum. Als sie 1990 für die SPD erstmals in Bundestag einzog, ließ sie das Richteramt ruhen. Sie blieb bis 2002 Mitglied des Bundestages und leitete dort zuletzt die Enquete-Kommission �Recht und Ethik in der modernen Medizin�. Daneben engagierte sich die Juristin stets in der Evangelischen Kirche von Westfalen und der Evangelischen Kirche in Deutschland, zurzeit als Mitglied der Synode.

Suche nach ethisch vertretbaren Kompromissen
In ihrer Funktion als Familienrichterin (1977-1990) rückte Margot von Renesse, selbst Mutter von vier Kindern, das Thema Familie in den Mittelpunkt ihres politischen, juristischen und sozialen Schaffens. Sie engagierte sich ehrenamtlich in verschiedenen Bürgerinitiativen, etwa für Kindergärten. Zudem war sie Vizepräsidentin der Evangelischen Aktionsgemeinschaft für Familienfragen und Vorsitzende der Elly-Heuss-Knapp-Stiftung und damit des Müttergenesungswerkes. Als SPD-Politikerin und Mitglied des Bundestages setzte sie sich seit 1991 in ihrer Fraktion dafür ein, dass Vergewaltigung in der Ehe strafrechtlich geahndet wird, das entsprechende Gesetz wurde 1997 verabschiedet. Große Anerkennung gewann sie in der jüngeren Vergangenheit durch ihre prägende Arbeit in der Enquete-Kommission �Recht und Ethik in der modernen Medizin�. Margot von Renesse befasste sich hier vornehmlich mit Gentechnik oder Fortpflanzungsmedizin. Hierbei wusste sie zwischen eigener Meinung und juristischen Maßstäben scharf zu trennen. So sprach sie sich zwar mehrfach gegen die Präimplantationsdiagnostik aus, wollte diese aber nicht in jedem Fall bestraft wissen. Dieses Vorgehen entspricht auch der Begründung der Evangelisch-Theologischen Fakultät, nach der Margot von Renesses Arbeit von der Suche �nach ethisch vertretbaren Kompromissen motiviert ist�. Ganz eindeutig bezog sie allerdings Stellung gegen die Gewinnung von Stammzellen aus sog. überzähligen befruchteten Eiern und gegen die Untersuchung des Embryos im Mutterleib.

 
Weitere Informationen  
Prof. Dr. Jürgen Ebach, Ruhr-Universität Bochum, Dekan der Evangelisch-Theologischen Fakultät, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-22500
juergen.h.ebach@rub.de
 
Pressestelle RUB - Universitätsstr. 150 - 44780 Bochum
Telefon: 0234/32-22830 - Fax: 0234/32-14136
E-Mail: pressestelle@presse.ruhr-uni-bochum.de - Leiter: Dr. Josef König
 
 
 
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Letzte Änderung: 18.06.2004 09:46 | Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik