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Bochum, 23.11.2004 Nr. 354
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Vom Betriebsrat zum Veränderungsmanager
RUB-Weiterbildung: „Führerschein“ für Betriebsräte
Berufsbegleitende Qualifizierung „Veränderungsmanagement“
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Ein „Führerschein“ für Betriebsräte soll dem steigenden Anspruch an die Kompetenzen der Arbeitnehmervertreter Rechnung tragen, denn selten standen Betriebsräte so im Rampenlicht wie in diesem Jahr – zum Beispiel bei Opel oder Karstadt. Umstrukturierungen, Arbeitszeiterhöhung, Standortverlagerungen und -schließungen forderten die Betriebsräte bundesweit als Krisenmanager. Eine entsprechende Weiterbildung zum „Veränderungsmanager“ bietet die Akademie der Ruhr-Universität Bochum ab Mai 2005 an. Das Konzept wurde heute auf dem bundesweiten Betriebsräte-Tag in Bonn vorgestellt.
Ganzheitliche Ausbildung mit alltäglichen Fällen Diese berufsbegleitende Ausbildung qualifiziert Arbeitnehmervertreter für Führungsaufgaben in Veränderungsprozessen auf Management-Niveau. „Arbeitnehmervertreter verlangen heute nach einer integrierten ganzheitlichen Ausbildung ihrer fachlichen, methodischen, sozialen und persönlichen Kompetenzen“, sagt RUB-Psychologe Prof. Dr. Heinrich Wottawa, wissenschaftlicher Leiter des neuen Ausbildungsgangs. Die 18-monatige Weiterbildung kombiniert fünf Präsenzwochen mit unterstütztem Lernen an praktischen Fällen aus dem betrieblichen Alltag. Zu den Lerninhalten zählen Selbst-, Konflikt- und Projektmanagement sowie Unternehmensführung und Veränderungsmanagement. Für den erfolgreichen Abschluss erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat der Akademie der Ruhr-Universität.
Auf dem Weg zum „Dienstleistungs-Fachwirt“ Damit ist in Zukunft eine Ausbildung zum „Dienstleistungs-Fachwirt“ nach dem Berufsbildungsgesetz in Zusammenarbeit mit den Industrie- und Handelskammern möglich, die auf der Weiterbildung zum „Veränderungsmanager“ aufbaut. Prof. Wottawa betonte auf dem Betriebsräte-Tag, dass diese konsequente ganzheitliche Weiterbildung für Arbeitnehmervertreter eine zukunftsweisende und vor allem gemeinsame Aufgabe von Interessenvertretung und Unternehmen sei.
Großer Bedarf Der Bonner Betriebsräte-Tag zeigte deutlich, wie groß der Bedarf an solch neuen Angeboten ist: Wirtschaftliche kritische Zeiten verlangen den Arbeitnehmervertretern weitreichende und neue Kompetenzen im Mitbestimmungs-Management ab. Zum Beispiel skizzierte der Vorsitzende des Konzernbetriebsrats der Postbank AG, Hans-Jürgen Kummetat, erstmals öffentlich die Folgen des Börsengangs für das Unternehmen, für die Mitarbeiter und für die Betriebsräte: „Die Anforderungen an die Mitarbeiter verschärfen sich im Zuge des Börsengangs zunehmend“, so Kummetat, „und die Unternehmenskultur droht sich nachhaltig zu verändern“.
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Dipl.rer.soc. Walter Dieckmann, Geschäftsführer der Akademie der Ruhr-Universität gGmbH, Universitätsstr. 142, 44799 Bochum, Tel. 0234/3382220, Fax: 0234/3382299
dieckmann@akademie.rub.de
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