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Bochum, 08.12.2004
Nr. 377
  
Diamant: Zauber und Geschichte eines Naturwunders
Legenden, Mythen, Fälschungen, Industriediamanten
Eine Zeitreise durch die Wissenschaftsgeschichte
  

Vor dem Wahnsinn sollte er schützen, Ehebruch anzeigen, Zank und Streit abwenden – aber nur wenn er geschenkt und an der linken Körperseite getragen wird: Der Diamant verzückt die Menschen seit der Antike. Unzählige Mythen und Legenden aus über 2000 Jahren hat Dr. Karl Rumpf (1908 – 1997) in seinem Leben gesammelt, nun haben Prof. Dr. Alois Haas (Fakultät für Chemie), Prof. Dr. Ludwig Hödl und Dr. Horst Schneider (Katholisch-Theologische Fakultät) dieses Material aufbereitet und veröffentlicht. „Diamant. Zauber und Geschichte eines Wunders der Natur“ ist, herausgegeben von der Margot-und-Friedrich-Becke-Stiftung, im Springer-Verlag erschienen.

Mit Diamant an der Hand geht nichts schief
Schon im 1. Jahrhundert n. Chr. schrieb Plinius in seinem Steinbuch über den „Adamas“, er sei kräftiger als der stärkste Magnet, stärker als das Feuer und ausschließlich durch noch warmes Bocksblut – das Blut des „stinkigsten aller Tiere“ – zu zerstören. Diese „Fakten“ hielten sich hartnäckig durch die Antike bis ins Mittelalter. Wer einen geschenkten Diamantring an der linken Hand trug, brauchte mittelalterlichen Autoren zufolge fast nichts mehr zu befürchten: Eine Frau, die den Stein besitzt und „ein Kindlein austrägt“, könne sicher sein, dass „ihr dabei nichts missrät“, schreibt z.B. der Alemanne Volmar im 13. Jahrhundert. Außerdem schütze der Stein gegen böse Träume, den Wahnsinn, Gift und vieles mehr. Hildegard von Bingen wusste, dass der Stein der Kraft des Teufels widersteht.

Von der Alchemie ...
Auch nachdem sich herausgestellt hatte, woraus Diamanten wirklich bestehen (reiner Kohlenstoff), verloren sie nichts von ihrer Faszination und regten die Phantasie der Menschen weiterhin an. Das betrifft nicht nur Mythen und Legenden, sondern auch die Versuche, die wertvollen Steine künstlich herzustellen. Noch am Ende des 19. Jahrhunderts saßen drei Diamantminenbesitzer einem Fälscher auf, der behauptete, in einer mystisch angehauchten Zeremonie nach einem geheimen Rezept Diamanten herstellen zu können. Sie zahlten ihm für sein Geheimnis aus Angst vor der Konkurrenz künstlicher Steine im Laufe mehrerer Jahre ein Vermögen, bis der Schwindel aufflog.

... zum Industriediamanten
Erst in den 1950er Jahren gelang es, künstliche Diamanten aus Kohlenstoff unter hohen Drücken und Temperaturen herzustellen. Sie werden heute z.B. in der Chipindustrie genutzt. Für die Schmuckhersteller sind diese Steine allerdings wegen ihres hohen Preises uninteressant, sie bedienen sich echter Diamanten, die heute hauptsächlich in Afrika gefördert werden. Über deren Entstehung herrscht heute immer noch Uneinigkeit. In welcher Tiefe der Erde Diamanten entstanden sind, ist noch ungeklärt. Die meisten stammen aus 140 bis 150 km Tiefe; neue Funde aus 600 his 700 km Tiefe mit Diamanteinschlüssen geben den Forschern aber neue Rätsel auf. Fest steht, dass die heute zutage geförderten Steine Millionen Jahre alt sind, neue können wahrscheinlich nicht mehr entstehen.

Titelaufnahme
Alois Haas, Ludwig Hödl, Horst Schneider: Diamant. Zauber und Geschichte eines Wunders der Natur (= Schriften der Margot-und-Friedrich-Becke-Stiftung Bd. 3), Springer-Verlag Berlin, Heidelberg, New York 2004, ISBN 3-540-40877-0

 
Weitere Informationen  
Dr. Horst Schneider, Katholisch-Theologische Fakultät der Ruhr-Universität Bochum, GA 6/129, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-24706, Fax: 0234/32-14428
horst.schneider@rub.de
 
Pressestelle RUB - Universitätsstr. 150 - 44780 Bochum
Telefon: 0234/32-22830 - Fax: 0234/32-14136
E-Mail: pressestelle@presse.ruhr-uni-bochum.de - Leiter: Dr. Josef König
 
 
 
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Letzte Änderung: 08.12.2004 12:53 | Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik