Die Kurden im neuen Irak
Gastprofessur der RUB-Sozialwissenschaft
Prof. Ferhad Ibrahim ist Experte für Menschenrechte
Nach der höchst umstrittenen Gastprofessur des ehemaligen türkischen Ministerpräsidenten Mesut Yilmaz hat die Fakultät für Sozialwissenschaft der RUB in diesem Semester eine Gastprofessur für Menschenrechte eingerichtet. Mit Prof. Ferhad Ibrahim konnte die Fakultät einen führenden Experten zu Menschenrechten und Frieden im Nahen Osten gewinnen. Im Januar 2005 veranstaltet er ein Blockseminar zum aktuellen Thema „Nation-Building und die Kurden im neuen Irak“ (10.-13.1.).
Demokratisieren und föderalisieren In seinem Seminar beleuchtet Ibrahim mit den Studierenden die Möglichkeiten, wie sich ein noch junger Staat demokratisieren und föderalisieren kann. Im Zentrum der Betrachtung stehen Menschenrechte und Minderheiten, insbesondere die Kurden. Das Rektorat der RUB und der AStA unterstützen ausdrücklich die Initiative der Fakultät für Sozialwissenschaft, die Gastprofessur in diesem Wintersemester einzurichten.
Staat und Gesellschaft, Terror und Menschenrechte Prof. Ibrahim forscht über Staat und Zivilgesellschaft, über Terrorismus und Menschenrechten im Nahen Osten. Er hat maßgeblich dazu beigetragen, die kulturellen und sozialen Ursachen der Konflikte im Nahen Osten zu verstehen. Als Wissenschaftler vermittelt er eine kritische Sicht der Diktaturen und der Menschrechtsverletzungen. Ibrahim kritisiert den so genannten „Kampf der Kulturen“ wegen seiner eurozentrischen Sicht und der Abgrenzung des Westens vom Orient: So baut er Brücken der kulturellen Verständigung in Forschung und Lehre.