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Bochum, 07.02.2006
Nr. 45
  
RUB trauert um Prof. Hans Dobbertin
Gründungsdirektor des HGI verstorben
Mathematiker und Kryptograph: Ein Pionier der Datensicherheit
  

Die Ruhr-Universität Bochum trauert um Prof. Dr. Hans Dobbertin. Nach langer Krankheit starb der Mathematiker und Kryptographie-Experte am 2. Februar 2006 im Alter von 53 Jahren. Dobbertin war Gründungsdirektor des Horts Görtz-Instituts für IT-Sicherheit (HGI) an der RUB, einer der größten europäischen Forschungseinrichtungen im Bereich Kryptographie und Datensicherheit. In den 90er-Jahren erlangte Dobbertin Weltruhm als Kryptograph durch seine Arbeiten über Angriffe auf Hash-Funktionen während seiner Zeit beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Design und Analyse von Krypto-Verfahren
Um „Hackern“ stets einen Schritt voraus zu sein, muss man ihre Methoden und Vorgehensweisen anwenden: Unter diesem Motto legten Prof. Dobbertin und seine Studenten gern selbst mal Hand als Hacker an und erforschten die Sicherheitslücken so genannter Smart Cards, zum Beispiel von Handy- oder Kreditkarten. Als Inhaber des Lehrstuhls für Informationssicherheit und Kryptologie in der Fakultät für Mathematik der RUB befasste Dobbertin sich mit dem Design und der Analyse von kryptographischen Grundverfahren, zum Beispiel mit dem weltweit eingesetzten Verschlüsselungsverfahren AES (Advanced Encryption Standard) und mit so genannten Boolschen Funktionen. Hierbei finden klassische Gebiete der Mathematik wie Algebra, Zahlentheorie und Kombinatorik neue Anwendungsfelder.

„Ein evolutionärer Prozess“
Ziel seiner Forschung und Lehre war stets, die Schwachstellen solcher Verfahren zu identifizieren und die Verfahren dadurch zu verbessern. „Nach heutigem Kenntnisstand gibt es keine beweisbar sicheren kryptologischen Verfahren. Solange sich daran nichts ändert, wird der Kampf zwischen Code-Entwicklern und Code-Brechern weitergehen. IT-Sicherheit ist ein evolutionärer Prozess“, sagte Prof. Dobbertin anlässlich der Eröffnung des HGI im Januar 2003. Sein Lehrstuhl für Informationssicherheit und Kryptologie ist eine tragende Säule des HGI, in dem Mathematiker, Wirtschaftswissenschaftler und Forscher aus Elektro- und Energietechnik fachübergreifend zusammenarbeiten und IT-Sicherheitsexperten ausbilden.

Vita Prof. Dobbertin
Bereits frühzeitig interessierte der 1983 promovierte Mathematiker Dobbertin sich für Fragen der Datensicherheit und Verschlüsselung – noch lange bevor Handys oder Online-Banking Standard waren. Nach seiner Habilitation an der Universität Hannover (1986) und einer Tätigkeit als außerordentlicher Professor wechselte Dobbertin zum BSI, wo er maßgeblich zur Verbesserung und Anwendung so genannter Hash-Funktionen beitrug. In den 90er-Jahren entwickelte er u. a. neue Werkzeuge und Methoden, um Hash-Funktionen der MD4-Familie zu brechen. Diese Arbeiten machten ihn international als Kryptograph bekannt. Nach einem kurzen Aufenthalt an der Universität Klagenfurt (Österreich) nahm Dobbertin im Jahr 2001 den Ruf an die Ruhr-Universität an, wo er u. a. auch Datenschutzbeauftragter war. Hans Dobbertin wurde am 17. April 1952 in Herkensen geboren.

Prof. Dr. Hans Dobbertin
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Weitere Informationen  
Prof. Dr. Christof Paar, Horst Görtz-Institut für IT-Sicherheit (HGI), Ruhr-Universität Bochum, Tel. 0234/32-22994
Dr. Gregor Leander, HGI, Tel. 0234/32-23259
cpaar@crypto.rub.de
Gregor.Leander@rub.de
 
Pressestelle RUB - Universitätsstr. 150 - 44780 Bochum
Telefon: 0234/32-22830 - Fax: 0234/32-14136
E-Mail: pressestelle@presse.ruhr-uni-bochum.de - Leiter: Dr. Josef König
 
 
 
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Letzte Änderung: 07.02.2006 13:43 | Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik