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Pressemitteilung
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Bochum, 16.01.2008
Nr. 15   english_version
  
Zuwachs beim Jungen Kolleg der NRW-Akademie der Wissenschaften
Vier von elf neuen Mitgliedern kommen aus Bochum
Austausch mit der Wissenschaftselite
  

Vier der elf neu gewählten Mitglieder des „Jungen Kollegs“ der Akademie der Wissenschaften Nordrhein-Westfalen kommen aus der Ruhr-Universität Bochum: Dr. Jörg Behler (Chemie), Dr. Saskia Fischer (Elektrotechnik), Dr. Ulrich Heimhofer (Geowissenschaften) und Dr. Marc Spehr (Biologie) wurden für vier Jahre in den Kreis der Kollegiaten gewählt. Dazu kommt mit Oliver Trapp sogar noch ein fünfter junger Wissenschaftler, der sich an der Ruhr-Uni in der Lehre engagiert, seine Forschungsarbeiten allerdings am Mülheimer Max-Planck-Institut für Kohlenforschung durchführt. Die RUB stellt damit die größte Zahl der Mitglieder des jungen Kollegs; schon letztes Jahr stammten drei von 13 Mitgliedern aus Bochum. Die Kollegiaten werden in interdisziplinären Arbeitsgruppen ihre Projekte diskutieren, sich mit der etablierten Wissenschaftselite austauschen und dürfen die Infrastruktur der Akademie für ihre Forschung nutzen. Einmal jährlich werden sie ihre Ergebnisse auf dem „Forschungstag der Akademie“ präsentieren. Die Kollegiaten erhalten je ein mit 10.000 Euro pro Jahr dotiertes Stipendium und eine zusätzliche Förderung für Auslandsaufenthalte. Das Kolleg wird mit insgesamt 2,93 Millionen Euro für sechs Jahre von der Stiftung Mercator GmbH finanziert. Das NRW-Wissenschaftsministerium unterstützt das Kolleg zusätzlich mit zwei Vollzeitstellen.

Dr. Jörg Behler: Die Wirkung von Katalysatoren ergründen
Dr. Jörg Behler (Jahrgang 1975) ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Theoretische Chemie an der RUB und baut dort eine Nachwuchsgruppe auf. Sein Chemiestudium in Dortmund schloss er 2000 mit einer Diplomarbeit über Molekulardynamik Simulationen von Kohlenhydraten in wässriger Lösung ab, die er an der University of Reading in England anfertigte. Zur Doktorarbeit wechselte er anschließend an das Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin. Dort beschäftigte er sich mit der Wechselwirkung von Sauerstoffmolekülen mit Metalloberflächen, die von großer Bedeutung für das Verständnis von Korrosionsprozessen und der Arbeitsweise von Katalysatoren ist. 2004 wurde er am Fachbereich Physik der Technischen Universität Berlin promoviert. Nach einem weiteren Jahr am Fritz-Haber-Institut wechselte er 2006 mit einem Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft an die ETH Zürich, um dort als Postdoktorand neue Methoden zur Untersuchung des Verhaltens von Materialien unter hohen Drücken zu entwickeln. Seit Juli 2007 arbeitet er an der Fakultät für Chemie und Biochemie der Ruhr-Universität Bochum und beschäftigt sich dort mit Fragestellungen der heterogenen Katalyse und der Materialwissenschaften. Zum Studium der beteiligten komplexen Systeme verwendet er ein weitgefächertes Spektrum von Methoden, das von der theoretischen Festkörperphysik über die Quantenchemie bis hin zur Informatik reicht.

Dr. Saskia Fischer: Magnetismus winziger Strukturen
Dr. Saskia F. Fischer, Jahrgang 1972, ist Physikerin und seit einem Jahr Privatdozentin am Lehrstuhl für Werkstoffe und Nanoelektronik in Bochum. Ihre Forschung zielt darauf, Elektronentransport und Magnetismus in winzigen Strukturen zu verstehen, um daraus mögliche neue Anwendungspotentiale zu erarbeiten. Sie untersucht dazu beispielsweise, wie sich der elektrische Strom in nanoskaligen elektronischen Bauelementen verhält (1 Nanometer [nm] entspricht einem Milliardstel Meter bzw. einem Millionstel Millimeter). Sie „verfolgt” quasi den Elektronen durch Nanostrukturen und will die dabei auftretenden Effekte verstehbar und berechenbar machen.

Dr. Ulrich Heimhofer: Das Klima der Erdgeschichte rekonstruieren
Dr. Ulrich Heimhofer, 1971 in Sonthofen im Allgäu geboren, studierte Geologie/Paläontologie (Diplom 1999) in Erlangen sowie in der Schweiz und schloss seine Dissertation im Jahr 2004 über den Einsatz von fossilen Pflanzenresten zur Rekonstruktion der paläoklimatischen Verhältnisse in der Kreidezeit an der ETH Zürich ab. Im Anschluss an seine Promotion war er als Stipendiat des Schweizerischen Nationalfonds sowie anschließend der Deutschen Forschungsgemeinschaft am Department of Earth Sciences an der University of Oxford tätig. Während dieser Zeit beschäftigte er sich mit der geochemischen Signatur von organisch-reichen Sedimentgesteinen aus den kreidezeitlichen Paläotropen (Brasilien). Seit August 2006 ist er Juniorprofessor für Paläozeanographie und Organische Geochemie an der Ruhr-Universität. Seine Forschung im Bereich der Erdsystem-Wissenschaften zielt auf die Rekonstruktion von biogeochemischen Stoffkreisläufen und paläoklimatischen Umweltbedingungen im jüngeren Mesozoikum (vor ca. 200 bis 65 Mio. Jahren). Für die Untersuchung der sedimentären Archive wählt Dr. Heimhofer einen kombinierten Ansatz, der isotopen- und organisch-geochemische Analytik mit paläobotanischen und sedimentologischen Methoden verbindet. Ein Schwerpunkt seiner derzeitigen Forschungsarbeit liegt auf Untersuchungen zum zeitlichen Ablauf der Diversifikation der frühen Blütenpflanzen sowie einer möglichen Verknüpfung dieses evolutionären Ereignisses mit zeitgleichen Veränderungen im globalen Ozean-Atmosphäre System.

Dr. Marc Spehr: Die Chemosensorik sozialer Kommunikation erforschen
Marc Spehr (Jahrgang 1973) leitet seit April 2006 die Emmy Noether-Nachwuchsgruppe „Chemosensorik sozialer Kommunikation“ an der Fakultät für Biologie und Biotechnologie der Ruhr-Universität. Spehr studierte bis 1999 Biologie an der Ruhr-Universität und verfasste anschließend eine Dissertation mit dem Schwerpunkt Neurophysiologie am Institut für Zellphysiologie. Für seine mit summa cum laude abgeschlossene Promotion (2002) erhielt er den Heinrich Kost-Preis der Ruhr-Universität für die beste Dissertation seines Jahrgangs. Als Postdoktorand und Emmy Noether-Auslandsstipendiat arbeitete Marc Spehr an der medizinischen Fakultät der University of Maryland in Baltimore in der Abteilung für Anatomie und Neurobiologie an den molekularen und zellulären Grundlagen der Pheromonwahrnehmung und Individualerkennung. Seine Arbeiten wurden 2003 mit dem von Skramlik-Preis für herausragende Nachwuchswissenschaftler auf dem Gebiet der Chemosensorik ausgezeichnet. Im von der Deutschen Forschungsgemeinschaft bis 2011 geförderten Forschungsprojekt „Mechanismen der Pheromonwahrnehmung“ betreut er vier Doktoranden und eine Diplomandin. Drittmittelgeförderte, interdisziplinäre Kollaborationen mit nationalen wie internationalen Partnern ermöglichen Marc Spehr und seinen Mitarbeitern neurophysiologische Grundlagenforschung an der Schnittstelle von Biologie, Medizin, Naturstoffchemie und Verhaltensforschung. Die Bedeutung der Pheromone und vergleichbarer sozialer Signale manifestiert sich in ihrer Funktion als molekulare „Schalter“, deren Detektion automatisch ein genetisch prädeterminiertes Verhalten auslöst und / oder direkt den hormonellen Haushalt des Rezipienten kontrolliert. Dabei beeinflussen Pheromone so bedeutende Verhaltenseigenschaften wie Partnerwahl, Territorial- und Aggressionsverhalten.

Dr. Jörg Behler
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Dr. Marc Spehr
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Dr. Ulrich Heimhofer
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Dr. Saskia Fischer
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Weitere Informationen  
Dr. Jörg Behler, Tel. 0234/32-26749, E-Mail: joerg.behler@theochem.rub.de

Dr. Saskia Fischer, Tel. 0234/32-25760, E-Mail: saskia.fischer@rub.de

Dr. Ulrich Heimhofer, Tel. 0234/32-23252, E-Mail: ulrich.heimhofer@rub.de

Dr. Marc Spehr, Tel. 0234/32-25843, E-Mail: marc.spehr@rub.de


 
Pressestelle RUB - Universitätsstr. 150 - 44780 Bochum
Telefon: 0234/32-22830 - Fax: 0234/32-14136
E-Mail: pressestelle@presse.ruhr-uni-bochum.de - Leiter: Dr. Josef König
 
 
 
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Letzte Änderung: 16.01.2008 10:31 | Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik